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Kempen, Viersen      +49 176 24564972       horlemann (at) icpe-africa.com

CW Train the Trainer

In Zusammenarbeit mit Diaspora Policy Interaction UG bieten wir die FAHAMU-Train-the-Trainer-Fortbildung für die zertifizierte Ausbildung für Sensibilisierungsarbeit in den Bereichen Antidiskriminierung, Antirassismus, Dekolonisierung, machtkritische Reflektion und Diversitätsmanagement an. Teilnehmende sind Zuständige, Verantwortliche, Fachleute, die in diesen Bereichen innerhalb von Organisationen, Unternehmen und Institutionen arbeiten oder arbeiten werden. Wir gehen von 1 – 10 Teilnehmenden pro Trainingskurs aus. Die Fortbildung findet in Präsenz in Berlin statt, kann gegebenenfalls auch Online stattfinden.

Die Kurse sind inhaltlich und didaktisch in aufeinander aufbauende Module unterteilt.
Umgesetzt wird die Fortbildung von den Fachreferent*innen Elizabeth Horlemann und Abdou-Rahime Diallo von Diaspora Policy Interaction – UG.

HINTERGRUND UND AUSGANGSSITUATION

Aufgrund komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen hat die Auseinandersetzung mit
Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Klassismus, den Ursachen, Wirkungen und Folgen eine immer wichtigere Bedeutung erlangt. Hierzu zählen Aspekte der Globalisierung, Zunahme gesellschaftlicher Vielfalt durch Migration, die Ausbreitung rechtsextremer Haltungen in breiteren gesellschaftlichen Milieus und politischen Ebenen, sowie die der zunehmende Druck auf demokratischen, gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Polarisierungstendenzen und dem Auseinanderdriften von Milieus. Die Reaktionen und der Protest in der Zivilgesellschaft auf die Ereignisse in den USA und auf die staatlichen Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, haben diesen Trend noch einmal verstärkt und nicht nur die Notwendigkeit
sichtbarer gemacht sich mit Rassismus und seinen Wirkungen intensiver zu beschäftigen.

Die nähere Betrachtung der aktuellen Auseinandersetzung mit Diskriminierungsformen, insbesondere mit Rassismus legt jedoch ein weitverbreitetes, erschreckend hohes Maß an Unkenntnis in Bezug auf das Verständnis und die Auseinandersetzung offen. Dies betrifft sowohl Laien als auch Menschen in Institutionen, Politik oder Organisationen, die in beruflicher, fachlicher Verantwortung stehen, so dass fundierte Kenntnisse und Erfahrungen zu erwarten gewesen wären. Die Beobachtungen machen insbesondere in Bezug auf strukturelle Ursachen, Verhaltensmuster deutlich, die von systematischer und reflexartiger Negierung der Existenz, Verbreitung von Diskriminierung, sachlich falscher Aussagen bis zur Verweigerung
sich aktiv an einer fundierten Auseinandersetzung zu beteiligen. Genau dadurch wird struktureller Diskriminierung Raum geboten sich immer weiter auszubreiten, durch Normalisierung entsprechende Verhaltensmuster und Haltingen in gesellschaftlich relevante Strukturen zu tragen. Da besonders Rassismus eine spaltende gesamtgesellschaftliche Dynamik entfaltet, ist es umso wichtiger, nachhaltige und systematische Schritte gegen seine Ausbreitung zu unternehmen.

Aufgrund der langen Zeit, die Rassismus im Zuge von Kolonialismus und Faschismus für eine tiefe, strukturelle gesellschaftliche Etablierung zur Verfügung stand, ist die Sensibilisierung für Antirassismus und gegen andere Diskriminierungsformen als langfristiger Prozess zu verstehen, der mehreren Problem- und Fragestellungen in den Blick nimmt:

  • Wie können die vielfältigen positiven Effekte einer tieferen und nachhaltigen Auseinandersetzung für Individuen und Organisationen deutlich gemacht werden?
  • Wie kann die systematische Auseinandersetzung gelernt und normalisiert werden?
  • Wie können der Komplexität struktureller Diskriminierungsformen wirkungsvolle Strategien entgegengesetzt werden?
  • Wie können Institutionen und Organisationen für einen nachhaltigen Auseinandersetzungsprozess gewonnen werden?
  • Aus diesen Problem- und Fragestellungen leitet FAHAMU-Train-The-Trainer-Fortbildung seine Ziele, Ansätze, Methoden und Maßnahmen ab.
  • Wie kann ein tieferes fachliches Verständnis, womit wir es in unserer Organisation mit strukturellen Diskriminierungsformen in ihrer Gesamtheit zu tun haben, vermittelt werden?

Aus diesen Problem- und Fragestellungen leitet FAHAMU-Train-The-Trainer-Fortbildung seine Ziele, Ansätze, Methoden und Maßnahmen ab.

Zum Inhalt

Inhaltlich ist FAHAMU-Train-the-Trainer-Fortbildung in 4 Bereiche aufgeteilt:

i. Modul 1:

Sensibilisierung für strukturelle Aspekte von Ungleichheitssystemen
a. Entwicklung, Vorbereitung, Durchführung diskriminierungssensibler Fortbildungen
b. Diskriminierungsformen (u.a. Rassismus, Sexismus, Hierarchismus, Machtmissbrauch)
c. das 4-i-Modell: machtkritischer Wirkungsdimensionen auf ideologischen, institutionellen,
interpersonellen und internalisierten Ebenen
d. Sprache-Bilder-Macht, Abgrenzungen, Anwendung, Dekonstruktion von Begrifflichkeiten
e. koloniale Kontinuitäten in relevanten Feldern: Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung
f. persönliche Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Empowerment (1)

ii. Modul 2:

kritische Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien und Betroffenheiten
a. Awareness-Entwicklung für eigene Vielfaltsdimensionen
b. intersektionale Kontexte, Mehrfachbetroffenheiten und Mehrfachdiskriminierung
c. Kritisches Weißsein, Selbst-Screening eigener Privilegien und Zugänge, Wheel of Power
d. ODE-Ansatz: Othering → Diskriminierung → Empowerment (2)

iii. Modul 3:

Formen der interaktiven, präventiven und mediatisierenden Intervention
a. Handlungsoptionen und Alternativen im Vorfall
b. How to be an Ally, meine Rolle, meine Skills als Antidiskriminierungsfachperson,
Konfliktmediation, Konversion und Management im Kontext von Antidiskriminierung,
c. Sensibilisierung für Führungskräfte, Leitung und Teams
iv. Modul 4:

Entwicklung einer machtkritischen, diskriminierungssensiblen Organisation
a. Aspekte für den Aufbau und Weiterentwicklung einer dekolonisierten, antirassistischen,
diskriminierungssensiblen Organisation
b. Entwicklung diskriminierungssensibler Tools
i. Organisationsinterne, intersektionale Bestandsaufnahme
ii. Code of Conduct für diskriminierungssensible Zusammenarbeit
iii. Standards für Öffentlichkeitsarbeit, diversitätsorientierte Personalpolitik
iv. RTA – Round Table der Antidiskriminierung, alternative Arbeitskreise
v. Aufbau eines internen und nachhaltigen Sensibilisierungsprogramms
c. Einrichten, vernetzen, outsourcen: Fachstellen für Vorfälle, Intervention, Mediation

Ziele

  • Die Teilnehmenden
    o haben ein umfassendes Verständnis für die Ursachen, Wirkungen und Etablierung
    unterschiedlicher Diskriminierungsformen erlangt
    o haben sich kritisch, intersektional mit eigenen Privilegien, Betroffenheiten im auseinandergesetzt, Schritte zu einer antidiskriminierenden Haltung kennengelernt
    o wissen wie sie Fortbildungen für Antidiskriminierung selbst durchzuführen
    o haben Kenntnisse und Techniken gelernt Vorfälle subtil, achtsam wahrzunehmen, aktiv,
    konstruktiv zu intervenieren und diese adäquat zu begleiten
    o können Individuen, Teams, Abteilungen beraten und begleiten haben Schritte und Phasen einer diskriminierungssensiblen Organisationsentwicklung kennengelernt

Maßnahmen

Die Maßnahmen bestehen aus:

  • Einsatz interaktiver, medialer Lernformate wie Clips, Inputs, Storytelling,
  • Gruppen- und Tandemarbeiten, Diskussions- und Austauschgruppen
  • Lernen und Auseinandersetzung mittels konkreter Fallbeispiele
  • Selbstständige Bearbeitung von Aufgaben, Austausch mit Betroffenen
  • Begleitung, Beratung für die Entwicklung eigener und zugeschnittener Ansätze
  • Die Sinne ansprechende, spirituelle und ganzheitliche Ansätze (Musik, Bewegung)
  • Ansprechbarkeit, Hilfestellung und Unterstützung bei Fragen und Bedarfen

Zur Umsetzung

Wir empfehlen die Fahamu-Fortbildung als Prozess zu begreifen. Pro Modul wären 1-1,5 Tage
empfehlenswert, um die beschriebenen Kompetenzen zu vermitteln. Einzelunterricht wäre ebenfalls möglich, eine kleine Gruppe wäre jedoch sehr zu empfehlen, um unterschiedliche Perspektiven im Lern und Austauschraum zu haben. Für die adäquate und konstruktive Wissensvermittlung dieser komplexen Themen empfehlen wir eine kompakte Umsetzung innerhalb von zehn Tagen verteilt auf zwei Wochen, um zu lange Zeiträume zwischen den Modulen zu vermeiden.

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